Pubblicato il 02 Apr 2021
Pubblicato il 02 Apr 2021
Vorurteile über Informatik-Studenten

Vorurteile über Informatik-Studenten


Jungfrau (40), männlich, sucht…

Geht man in den Hörsaal des Informatik-Lehrstuhls hinein, riecht es etwas säuerlich. Eine Dunstwolke von ungewaschenen Körpern, in Verbindung mit lange nicht mehr frischen Klamotten und ungeputzten Zähnen wabert schon unter der geschlossenen Tür hindurch. Männer unter sich nehmen es eben nicht allzu streng mit der Hygiene. Alle drei Tage werden die Socken gewechselt, geduscht wird, wenn man dreckig ist und Zähne putzt man, wenn man mal dran denkt. Das schickste, was ein Informatiker besitzt, ist ein türkis-grün eng-kariertes Hemd mit kurzen Ärmeln. Das zieht er aber nur zu besonderen Anlässen an. Im Normalfall trägt er seine Fun-Shirts mit lustigen Aufdrucken. Dauerbrenner dieser Motto-Shirts sind die Aufdrucke „Körper eines Gottes – Buddha“ oder „Klar hab ich zugenommen! Ausgangsgewicht 3500 Gramm!“ Aber auch die Fan-Shirts von Big Bang Theorie, Super-, Bat- oder Aqua Man, genauso wie Simpsons und Spongebob sind darunter. Wenn sich dann doch mal ein Mädchen unter diese Bande an Menschen gemischt hat, fällt sie kaum auf. Sie ist einiges an Leid gewohnt und vom männlichen Geschlecht so abgehärtet, dass sie Fische im Fluss mit der Hand fangen kann. Wenn es sein muss, würde sie die Fische auch roh essen. Der gemeine Informatiker hatte noch nie eine Freundin, kennt aber jede noch so abartige Porno-Kategorie. Mit dem Bild eines zwanzig-armigen japanischen Zeichentrick-Monstrums im Kopf geht er also auf Brautschau, findet jedoch nichts, was diesem Bild entspricht.

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Weirdos

Dass Informatiker sowieso alle ein bisschen in ihrer eigenen Welt leben, wissen wir bereits seit Langem. Aber auf Campus-Safari stellt man fest, dass man ganze Abenteuer-Dokumentationen über den gemeinen Informatiker machen könnte. Ein bisschen Nerd steckt ja in jedem von uns – die einen kennen Golpalotts Drittes Gesetz („Das Gegengift zu einer Giftmischung ist mehr als die Summe der Gegengifte ihrer Bestandteile“), die anderen sprechen Elbisch, wieder andere hören heute noch das magische Baumhaus, um einzuschlafen. Informatiker verbinden dies jedoch alles. Und noch mehr: Sie diskutieren die Star-Trek-Thesen, die von Leonnard (nicht dem lispelnden Ex-Bachelor), Howard und Co. geäußert werden, eifrig mit. Zudem singen sie das TKKG-Titellied mit („Tehkakageh die Profis in Speeee“). Auf offener Straße. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Trotz ihrer kommunikativen Ader sind Informatiker oft sozial dermaßen inkompatibel mit ihrer Umwelt, dass sie – sofern sie nicht andere Informatiker um sich haben – ganz automatisch zu Einzelgängern werden. Was jedoch nicht heißt, dass man keine sozialen Kontakte pflegt! Über WoW gibt es unglaubliche Möglichkeiten, vernetzt zu bleiben, und spätestens, seit man Telegram hat (WhatsApp wird ja quasi von der NSA betrieben), kann man auch sicher und verschlüsselt miteinander kommunizieren.

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In der Schule wird nicht geschrieben

In Mathe und Physik waren die Informatiker immer die Überflieger. In der siebten Klasse, während die Normalos binomische Formeln lernten, konnten die Mathe-Asse ja schon unendliche Integrale mit imaginären Zahlen im Kopf ausrechnen. Geschichte, Deutsch und Reli waren dagegen die Fächer, wegen denen sie ganz gerne mal wiederholen mussten – Wozu braucht man denn bitte auch eine blöde textbezogene Erörterung oder muss wissen, wie die Bibel aufgebaut ist, Kruzifix nochmal! Die einzige Sprache, in denen sie wirklich gut waren und immer noch sind, ist Englisch, ist es doch im Prinzip die Hauptsprache des Internets. An den Schulsport erinnern sich die Bewegungslegastheniker nur ungern. Als letzter in die Völkerball-Mannschaft gewählt, als erster am Rand gestanden und nie mehr ins eigene Feld zurückgekommen. Vom Bodenturnen ganz zu schweigen. Noch heute treibt es den armen Seelen die Schamesröte ins Gesicht, wenn sie auch nur an die Schulvergangenheit denken. Nicht umsonst hatte jeder Vertrauenslehrer insgeheim die Sorge, dass der kleine Sonderling ohne Freunde einen Amoklauf plant. Nur Ballerspiele und First-Person-Shooter, HTML statt Französisch und immer dieser komische Blick durch die dicke Nickelbrille… Dabei können die oft spargeldürren, riesengroßen Jungs mit Adamsapfel, auf dessen Größe Olivia Jones stolz wäre, rein gar nichts. Sie sehen einfach nur gefährlicher aus, als sie sind. Wie eine Hummel!

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Kotzbrockige IT-Spezialisten

Sie sind Egoisten und Klugscheißer, narzisstisch veranlagt und halten sich oft für etwas Besseres. Die Grünen sind ihnen inzwischen zu faschistisch und die AfD sagt genau das Richtige. Die unsympathischen PC-Profis wirken öfter mal wie die größten Rindviecher, beschweren sich dann aber, wenn sie vom Bekanntenkreis nur noch als Privat-IT-Service benutzt werden. Doch süffisante Nerdwitze à la „Es gibt eben nur 10 Arten von Menschen. Die, die Binärzahlen lesen können, und die, die es nicht können“ (in Verbindung mit wissend-überheblichem Lachen) bringen eben wenig Sympathiepunkte bei den Unwissenden. Nicht umsonst haben Informatiker des Öfteren den Ruf, sie führten asexuelle Beziehungen mit ihren Tower-PCs und die einzigen sexähnlichen Akte vollführten sie mit dem CD-laufwerk (weil rein und raus und so…). Das Vorurteil vom armen Sonderling, der von anderen fertig gemacht wird, gilt inzwischen sogar als überholt. Quasi als Vor-Vorurteil. Es hält sich bei intensiverer Recherche eher die Meinung, man habe es mit patzigen, herablassenden Wichtigtuern zu tun, die sich für Jesus auf dem Wasser und gleichzeitig Moses im Wasser (ohne nass zu werden, gibt ganz gute Blockbuster darüber) halten, weil sie mir eine Festplatte in den PC schrauben könnten. Dennoch sind einige auf ihre IT-Freunde angewiesen, wenn sie keinen neuen PC kaufen, oder hunderte an Euro beim Computer-Inder um die Ecke ausgeben möchten.

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Daf Väida

Ihre Begeisterung für Star Wars-Szenen, die wahlweise in schwäbischem oder sächsischem Dialekt (Hier bitte nicht an Kollegahs Hoodtales II denken) nachsynchronisiert wurden, biegt das Image nicht mehr gerade. Die durchgehend Hearthstone spielenden Sonderlinge sind ein eigenes Völkchen, meisten jedoch recht tierlieb. Eine Schlange oder einen Skorpion hätte jeder gern als Haustier, Mama sagt jedoch, das sei nichts für die Rumpelkammer genannte Junggesellen-Bude, die sich im Souterrain des Elternhauses befindet. Warum auch ausziehen? Man studiert an der nächstgelegenen Uni oder Hochschule, weil es am wenigsten Aufwand bedeutet, man zu Hause wohnen bleiben kann, und weiterhin von Hotel Mama profitiert. Alleine wohnen würde den robusten Herren zwar auch nichts ausmachen – solange fließend Strom vorhanden ist, sind die Bedürfnisse gedeckt – aber der Aufwand ist beträchtlich geringer. Jedoch würde man den eigenen YouTube-Channel ohne ständiges Ins-Zimmer-Platzen der Mutter um einiges effektiver ausgestalten können! Man müsste nicht jedes Mal neu ansetzen, bei Minecraft blödes Zeug zu erzählen und sich dabei aufzunehmen, weil im Hintergrund dann nicht mehr „Schaatz, hier sind deine Klamotten aus der Wäsche“ gerufen würde. Nun gut, manche treiben in ihrer Freizeit auch sinnvolle Dinge, engagieren sich bei Anonymous und jagen IS-Terroristen auf deren Instagram-Accounts (Wie ironisch. Sind gegen den Westen aber vergnügen sich auf der App, die den westlichen SchaumalwietollichimvielzuknappensportBHaussehe-Spirit nicht besser wiedergeben könnte… Ich rieche Bigotterie!). Die digitalen Fackeln und Heugabeln. Getragen von den heutigen Informatikern. FBNPL

Jungfrau (40), männlich, sucht…

Geht man in den Hörsaal des Informatik-Lehrstuhls hinein, riecht es etwas säuerlich. Eine Dunstwolke von ungewaschenen Körpern, in Verbindung mit lange nicht mehr frischen Klamotten und ungeputzten Zähnen wabert schon unter der geschlossenen Tür hindurch. Männer unter sich nehmen es eben nicht allzu streng mit der Hygiene. Alle drei Tage werden die Socken gewechselt, geduscht wird, wenn man dreckig ist und Zähne putzt man, wenn man mal dran denkt. Das schickste, was ein Informatiker besitzt, ist ein türkis-grün eng-kariertes Hemd mit kurzen Ärmeln. Das zieht er aber nur zu besonderen Anlässen an. Im Normalfall trägt er seine Fun-Shirts mit lustigen Aufdrucken. Dauerbrenner dieser Motto-Shirts sind die Aufdrucke „Körper eines Gottes – Buddha“ oder „Klar hab ich zugenommen! Ausgangsgewicht 3500 Gramm!“ Aber auch die Fan-Shirts von Big Bang Theorie, Super-, Bat- oder Aqua Man, genauso wie Simpsons und Spongebob sind darunter. Wenn sich dann doch mal ein Mädchen unter diese Bande an Menschen gemischt hat, fällt sie kaum auf. Sie ist einiges an Leid gewohnt und vom männlichen Geschlecht so abgehärtet, dass sie Fische im Fluss mit der Hand fangen kann. Wenn es sein muss, würde sie die Fische auch roh essen. Der gemeine Informatiker hatte noch nie eine Freundin, kennt aber jede noch so abartige Porno-Kategorie. Mit dem Bild eines zwanzig-armigen japanischen Zeichentrick-Monstrums im Kopf geht er also auf Brautschau, findet jedoch nichts, was diesem Bild entspricht.

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Weirdos

Dass Informatiker sowieso alle ein bisschen in ihrer eigenen Welt leben, wissen wir bereits seit Langem. Aber auf Campus-Safari stellt man fest, dass man ganze Abenteuer-Dokumentationen über den gemeinen Informatiker machen könnte. Ein bisschen Nerd steckt ja in jedem von uns – die einen kennen Golpalotts Drittes Gesetz („Das Gegengift zu einer Giftmischung ist mehr als die Summe der Gegengifte ihrer Bestandteile“), die anderen sprechen Elbisch, wieder andere hören heute noch das magische Baumhaus, um einzuschlafen. Informatiker verbinden dies jedoch alles. Und noch mehr: Sie diskutieren die Star-Trek-Thesen, die von Leonnard (nicht dem lispelnden Ex-Bachelor), Howard und Co. geäußert werden, eifrig mit. Zudem singen sie das TKKG-Titellied mit („Tehkakageh die Profis in Speeee“). Auf offener Straße. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Trotz ihrer kommunikativen Ader sind Informatiker oft sozial dermaßen inkompatibel mit ihrer Umwelt, dass sie – sofern sie nicht andere Informatiker um sich haben – ganz automatisch zu Einzelgängern werden. Was jedoch nicht heißt, dass man keine sozialen Kontakte pflegt! Über WoW gibt es unglaubliche Möglichkeiten, vernetzt zu bleiben, und spätestens, seit man Telegram hat (WhatsApp wird ja quasi von der NSA betrieben), kann man auch sicher und verschlüsselt miteinander kommunizieren.

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In der Schule wird nicht geschrieben

In Mathe und Physik waren die Informatiker immer die Überflieger. In der siebten Klasse, während die Normalos binomische Formeln lernten, konnten die Mathe-Asse ja schon unendliche Integrale mit imaginären Zahlen im Kopf ausrechnen. Geschichte, Deutsch und Reli waren dagegen die Fächer, wegen denen sie ganz gerne mal wiederholen mussten – Wozu braucht man denn bitte auch eine blöde textbezogene Erörterung oder muss wissen, wie die Bibel aufgebaut ist, Kruzifix nochmal! Die einzige Sprache, in denen sie wirklich gut waren und immer noch sind, ist Englisch, ist es doch im Prinzip die Hauptsprache des Internets. An den Schulsport erinnern sich die Bewegungslegastheniker nur ungern. Als letzter in die Völkerball-Mannschaft gewählt, als erster am Rand gestanden und nie mehr ins eigene Feld zurückgekommen. Vom Bodenturnen ganz zu schweigen. Noch heute treibt es den armen Seelen die Schamesröte ins Gesicht, wenn sie auch nur an die Schulvergangenheit denken. Nicht umsonst hatte jeder Vertrauenslehrer insgeheim die Sorge, dass der kleine Sonderling ohne Freunde einen Amoklauf plant. Nur Ballerspiele und First-Person-Shooter, HTML statt Französisch und immer dieser komische Blick durch die dicke Nickelbrille… Dabei können die oft spargeldürren, riesengroßen Jungs mit Adamsapfel, auf dessen Größe Olivia Jones stolz wäre, rein gar nichts. Sie sehen einfach nur gefährlicher aus, als sie sind. Wie eine Hummel!

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Kotzbrockige IT-Spezialisten

Sie sind Egoisten und Klugscheißer, narzisstisch veranlagt und halten sich oft für etwas Besseres. Die Grünen sind ihnen inzwischen zu faschistisch und die AfD sagt genau das Richtige. Die unsympathischen PC-Profis wirken öfter mal wie die größten Rindviecher, beschweren sich dann aber, wenn sie vom Bekanntenkreis nur noch als Privat-IT-Service benutzt werden. Doch süffisante Nerdwitze à la „Es gibt eben nur 10 Arten von Menschen. Die, die Binärzahlen lesen können, und die, die es nicht können“ (in Verbindung mit wissend-überheblichem Lachen) bringen eben wenig Sympathiepunkte bei den Unwissenden. Nicht umsonst haben Informatiker des Öfteren den Ruf, sie führten asexuelle Beziehungen mit ihren Tower-PCs und die einzigen sexähnlichen Akte vollführten sie mit dem CD-laufwerk (weil rein und raus und so…). Das Vorurteil vom armen Sonderling, der von anderen fertig gemacht wird, gilt inzwischen sogar als überholt. Quasi als Vor-Vorurteil. Es hält sich bei intensiverer Recherche eher die Meinung, man habe es mit patzigen, herablassenden Wichtigtuern zu tun, die sich für Jesus auf dem Wasser und gleichzeitig Moses im Wasser (ohne nass zu werden, gibt ganz gute Blockbuster darüber) halten, weil sie mir eine Festplatte in den PC schrauben könnten. Dennoch sind einige auf ihre IT-Freunde angewiesen, wenn sie keinen neuen PC kaufen, oder hunderte an Euro beim Computer-Inder um die Ecke ausgeben möchten.

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Daf Väida

Ihre Begeisterung für Star Wars-Szenen, die wahlweise in schwäbischem oder sächsischem Dialekt (Hier bitte nicht an Kollegahs Hoodtales II denken) nachsynchronisiert wurden, biegt das Image nicht mehr gerade. Die durchgehend Hearthstone spielenden Sonderlinge sind ein eigenes Völkchen, meisten jedoch recht tierlieb. Eine Schlange oder einen Skorpion hätte jeder gern als Haustier, Mama sagt jedoch, das sei nichts für die Rumpelkammer genannte Junggesellen-Bude, die sich im Souterrain des Elternhauses befindet. Warum auch ausziehen? Man studiert an der nächstgelegenen Uni oder Hochschule, weil es am wenigsten Aufwand bedeutet, man zu Hause wohnen bleiben kann, und weiterhin von Hotel Mama profitiert. Alleine wohnen würde den robusten Herren zwar auch nichts ausmachen – solange fließend Strom vorhanden ist, sind die Bedürfnisse gedeckt – aber der Aufwand ist beträchtlich geringer. Jedoch würde man den eigenen YouTube-Channel ohne ständiges Ins-Zimmer-Platzen der Mutter um einiges effektiver ausgestalten können! Man müsste nicht jedes Mal neu ansetzen, bei Minecraft blödes Zeug zu erzählen und sich dabei aufzunehmen, weil im Hintergrund dann nicht mehr „Schaatz, hier sind deine Klamotten aus der Wäsche“ gerufen würde. Nun gut, manche treiben in ihrer Freizeit auch sinnvolle Dinge, engagieren sich bei Anonymous und jagen IS-Terroristen auf deren Instagram-Accounts (Wie ironisch. Sind gegen den Westen aber vergnügen sich auf der App, die den westlichen SchaumalwietollichimvielzuknappensportBHaussehe-Spirit nicht besser wiedergeben könnte… Ich rieche Bigotterie!). Die digitalen Fackeln und Heugabeln. Getragen von den heutigen Informatikern. FBNPL